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Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald

Zoologisches Museum,
Centrum für Naturkunde,
Universität Hamburg
10. November 2017 – 18. März 2018

Tieranatomisches Theater,
Humboldt-Universität zu Berlin
Frühjahr/Sommer 2018

Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen,
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Herbst 2018

Mit dem Ausstellungszyklus Verschwindende Vermächtnisse: Die Welt als Wald wird das kuratorische Potenzial naturhistorischer Sammlungen im Kontext von Klimagerechtigkeit und den Herausforderungen des Anthropozäns thematisiert: Wie können Naturkundemuseen auf den Klimawandel und das Schwinden der Artenvielfalt reagieren? Was bedeutet es, eine naturkundliche Sammlung zu bewahren, aufzubereiten und auszustellen und dabei diese aktuellen Aspekte zu berücksichtigen?

Ausgangspunkt der geplanten Ausstellung, die im Herbst 2017 im Zoologischen Museum des CeNak in Hamburg seinen Auftakt nimmt, ist der 160. Jahrestag der Veröffentlichung der Darwin-Wallace-Papiere, einer zentralen Abhandlung der Biologie. Der Naturforscher Alfred R. Wallace unternahm im 19. Jahrhundert Expeditionen nach Südamerika und Asien. Dabei sammelte er tropische Fauna, dokumentierte die biologische Vielfalt und entschlüsselte die Mechanismen der natürlichen Auslese. Die Sammlung gilt als Grundlage seiner bahnbrechenden Theorien. Heute allerdings steht zur Debatte, ob solche Entdeckungen noch möglich wären, da das Ökosystem Regenwald in Folge von Abholzung und Umwandlung in Monokulturplantagen weitgehend zerstört ist.

Die Kuratoren führen aktuelle Forschungsergebnisse, historisches Archivmaterial aus naturkundlichen Sammlungen weltweit und zeitgenössische künstlerische Positionen zusammen. Die künstlerischen Arbeiten befragen das Erbe des europäischen Kolonialismus in den Tropen und setzen sich mit den teilweise radikal veränderten Landschaften Amazoniens und des Malaiischen Archipels auseinander. So versucht die Ausstellung der von heute aus gesehen idyllischen Unbedarftheit von Wallaces Eindrücken ein aktuelles Bild entgegenzusetzen und den ökologischen Wandel für den Besucher erfahrbar zu machen. Die Künstlerliste wird Anfang 2017 veröffentlicht.

Künstlerische Leitung: Anna-Sophie Springer & Etienne Turpin

Wissenschaftliche Berater: Matthias Glaubrecht, Felix Sattler, Frank Steinheimer

Verschwindende Vermächtnisse ist eine Kooperation mit der Schering Stiftung.

Das Projekt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.